Heller - Kinderzimmerdekoration aus Holz

Die Firma Heller, vormals Heller-Kunst, hat ihren Sitz seit Anfang der dreißiger Jahre in Dreis in der Eifel. Gegründet wurde der kleine holzverarbeitende Betrieb von dem aus Wuppertal stammenden Ehepaar Magda und Georg Heller.


Magda und Georg Heller anf. 30er Jahre
Magda und Georg Heller anf. 30er Jahre

Nach einem gemeinsamen Studium an der Wuppertaler Kunstgewerbeschule schlossen Magda als Graphikerin und Malerin und Georg als Bildhauer ihre Studienzeit ab. Schon bald danach begann die begabte Malerin und Zeichnerin Magda Heller sich mit Entwürfen für die Wandgestaltung von Kindergärten in Wuppertal und Umgebung einen Namen zu machen. Die Motive Ihrer Malerei waren vorwiegend Märchengestalten.

 

Es war Georg Heller, der auf die Idee kam, diese Darstellungen auf Holz zu übertragen und die Umrisse auszusägen. Magda bemalte nun diese Figuren. Es entstand jetzt die Möglichkeit, originale Entwürfe zu vervielfältigen und sie Kunstgewerbegeschäften oder Spielzeugläden zum Verkauf anzubieten.

 

Nach dem Umzug nach Dreis in ein altes Bauernhaus begann Georg Heller den kleinen Ziegenstall des Hauses in eine Werkstatt umzubauen. Es wurde eine Dekupiersäge (motorisierte Laubsäge) angeschafft und die von Magda entworfenen Figuren ausgesägt. Magda bemalte danach diese Figuren flächig in wohlabgestimmten, leuchtenden Farben und fügte in feinen Linien die Zeichnung von Gesichtern, Händen, Falten etc. hinzu.

 

Firmengebäude 30er Jahre
Firmengebäude 30er Jahre

Das Feine und Zarte machte den Reiz dieser Artikel aus und verfehlte nicht seine Wirkung auf die Menschen. Schon bald interessierten sich namhafte Geschäfte in Stadt und Land für die neuartigen Artikel. Die neugegründete „Heller-Kunst“ wurde Mitglied des Deutschen Verbandes für

Kunsthandwerk und zeigte ihr Herstellungsprogramm auf einem Stand der Leipziger Messe.Der Ziegenstall war der immer größer werdenden Nachfrage bald nicht mehr gewachsen. Ein ca. 250 m2 großer ebenerdiger Bau entstand als Anbau an das Bauernhaus. Dieser Bau wurde nach und nach um zwei weitere Etagen aufgestockt und hatte bald seine heutige Größe erreicht.

 

 Auch die Produktionspalette wurde im Laufe der Jahre erweitert.

Ralf Heller, 70er Jahre
Ralf Heller, 70er Jahre

1966 starb Georg Heller, und sein Sohn Ralf übernahm den Betrieb. Der begnadete Künstler und leidenschaftliche Maler erweiterte das Sortiment und gab dem Betrieb neue Impulse. Die Entwürfe der Firma, die sich nun einfach „Heller“ nannte, hatten jetzt auch vermehrt Spielzeugcharakter. Neue Artikel kamen hinzu, wie etwa Kindergarderoben, Kindermesslatten, Musik- und neuartige 3D-Mobiles, Kinderkleiderbügel, Spieluhren, Hampelmänner usw. Bewahrt wurde die Philosophie, ausschließlich in Deutschland mit Holz und anderen hochwertigen Rohstoffen vorwiegend in Handarbeit zu fertigen. Natürlich wurde ein Teil der alten Artikel beibehalten; sie sind auch heute noch in kleinem Umfang im Programm der Firma vertreten. 

 

Von Anfang an war Ralfs Ehefrau Hildegard die Seele des Unternehmens und stand Ralf jederzeit tatkräftig zur Seite. Sie betreute die Kunden, organisierte den Versand und führte die Buchhaltung. 

 

In den achtziger Jahren entwickelte sich ein Export-Boom in die Vereinigten Staaten, der jedoch im Zuge der beginnenden Rezession nach etwa 10 Jahren abebbte. Zudem lieferten Nachahmer aus Fernost „Heller-Artikel“ zum halben Preis. Doch die guten Verbindungen nach Frankreich, Holland, Belgien, Finnland und in die Schweiz kamen Ralf Heller und seinem Unternehmen in dieser schwierigen Zeit zugute.

 

Als zunehmend bedeutend entwickelte sich in den 70er Jahren der Kontakt zur japanischen Firma Niki Tiki. Dieses Unternehmen, das für den japanischen Markt auf hochwertige Qualitätsartikel setzt, ist bis auf den heutigen Tag der wichtigste Partner des Dreiser Familienbetriebs. Eine persönliche und von gegenseitiger Zuneigung und Achtung geprägte Partnerschaft ist seit Jahrzehnten die Grundlage ihrer geschäftlichen Beziehung.

 

Jan Heller
Jan Heller

In den Jahren vor Anbruch des neuen Jahrtausends kündigte sich auch bei Heller ein Umbruch an. Magda Heller verstarb im Sommer 1994 im Alter von 89 Jahren, und Ende 1996 übergab Ralf Heller die Leitung des Unternehmens an seinen Sohn Jan. 

 

Der fähige und kreative Schreiner arbeitete längst tatkräftig im Betrieb mit und spielte eine Weile sogar mit dem Gedanken, dem Unternehmen eine völlig neue Ausrichtung zu geben. Der talentierte Musiker spielt nicht nur Gitarre und Bass, sondern er baute diverse Instrumente selbst, für die er begeisterte Abnehmer fand. Mit seinem Faible für natürliche Werkstoffe designte, fertigte und vertrieb er nebenbei auch Brillengestelle aus Holz und Horn. Dennoch entschied er sich dazu, die Familientradition fortzusetzen.

 

Heute leitet Jan Heller, unterstützt von seiner Schwester Sabine, das Familienunternehmen in der dritten Generation - mit dem Schwerpunkt Kinderzimmerdekoration aus Holz.